Island

Zwei Destinationen zum Preis von einer miteinander zu kombinieren.

3 Tage Stoppover auf Island

Eigentlich hatten wir nur einen Trip nach New York geplant. Als ich auf der Suche nach Flügen war, bin ich auf die Fluggesellschaft Iclandair gestoßen. Diese ermöglichen es auf dem Weg in die USA ohne einen Flugaufpreis einen Zwischenstopp in Island bis zu 7 Tage einzulegen.

Die Idee fanden wir ganz charmant. So könnte man gleich auch mal einen Eindruck von Island erhalten und wir entschieden uns 3 Nächte und 3 Tage für einen Stoppover in Reykjavik zu bleiben.

Blick über Reykjavik

Reykjavik

Auf der Suche nach einem zentralen Hotel stellte ich ziemlich schnell fest, dass die Preise den New Yorker Hotel Preisen sehr ähnlich waren. Schon würde daraus ein ziemlich teurer Stoppover werden. Da schaute ich einfach mal bei Airbnb und fand eine total süße und super zentral gelegene Wohnung. Der Aufenthalt in Reykjavik war mit 3 Nächten für uns perfekt. Die Stadt selbst hat man relativ schnell erkundet. Unser Reisemonat war Ende September und für einen Stopover fand ich das Wetter ganz akzeptabel (tagsüber ca. 11 Grad und Sonne). Wichtig war mir unbedingt einen Reitausflug zu machen, die Geysire, einen Wasserfall zu besuchen und wenn möglich Polarlichter zu sehen.

3 Tage Stoppover auf Island und folgende Planung kaum heraus:

Tag 1: Ankunft am Nachmittag und Erkundung der Hauptstadt Reykjavik

Tag 2: Vormittags: Bummmel durch Reykjavik, Nachmittag: Reitausflug                   Abends: Polarlichterbootstour

Tag 3: Golden Circle Tour

Tag 4: Abflug nach New York am Vormittag

Sólfar gehört zu den beliebtesten Fotomotiven der Stadt

Sólfar oder „Sonnenfahrt“

Die Hallgrímskirkja ist eine evangelisch-lutherische Pfarrkirche in der Innenstadt von Reykjavik

Hallgrímskirkja

Anreise Flughafen Keflavík nach Reykjavik:

Der Flughafen Keflavík liegt 40 km südwestlich der isländischen Hauptstadt Reykjavík. Mit einem Shuttlebus ist es aber ziemlich einfach in die Stadt zu kommen. Die Abfahrten vom Flughafen in Keflavik sind verbunden mit den ankommenden Flügen, auch wenn diese verspätet sind oder nachts ankommen. So ist immer garantiert, dass man stets vom Flughafen in die Stadt kommt. Die Busse befinden sich direkt vor dem Flughafengebäude. Man kann sie nicht verfehlen.

Es gibt 2 Busanbieter: Flybus und Grayline.

Flybus hält am großen Busbahnhof BSÍ Bus Terminal und Grayline etwas weiter außerhalb. Da der BSÍ Bus Terminal dichter an unserer Wohnung lag, haben wir uns für Flybus entschieden.

Bei beiden Anbietern besteht die Möglichkeit für einen geringen Aufpreis am großen Busterminal in einen Minibus umzusteigen und sich bis zum Hotel oder Wohnung weiterfahren zu lassen. Es sind in der Stadt überall Shuttlebushaltestellen verteilt. Von da ist es dann nicht mehr weit zu Fuß zur Unterkunft. Auf dem Rückweg kann man sich dort genauso auch wieder abholen lassen. Auf dem Hinweg haben wir diesen Service in Anspruch genommen und hatten somit auch noch gleich eine kleine Stadtrundfahrt.

Die Fahrt bis zum Reykjavík BSÍ Bus Terminal dauert vom Flughafen ca. 50 Minuten.

Unterkunft:

Unsere Airbnb-Wohnung lag mitten in der Stadt und war ein toller Ausgangspunkt. Die Wohnung war schon ein bisschen älter, lag unten im Souterrain, aber hatte soweit alles was man braucht und war vor allem für isländische Verhältnisse recht preiswert.          Airbnb: Hallveigarstigur 10 a Reykjavik. Für 2-3 Nächte reicht sie, wenn man keine gehobenen Ansprüche hat. Pickup Bus Stop war Nr. 7.

Abreise:

Es wird empfohlen, am Flughafen Keflavik 2,5 – 3 Stunden vor Abflugzeit anzureisen. Wir haben uns daran gehalten und waren natürlich viel zu früh. Der Flughafen ist ja nur ganz klein und ich habe nicht ganz verstanden, warum man so viel früher da sein soll. Aber da ich den Spitznamen Paniksaskia habe, bin ich lieber zu früh als zu spät da. So hatten wir wenigstens Zeit entspannt einzuchecken und ausgiebig zu frühstücken.

Wir haben uns bei der Rückfahrt entschieden die 1 Kilometer direkt zum BSÍ Bus Terminal von unserer Wohnung zu laufen. Somit mussten wir nicht nochmal vom Minibus in den Hauptbus umsteigen und haben uns auch das Warten auf den Minibus gespart. Wie gesagt, Paniksaskia hatte wieder Angst, dass der Minibus eventuell nicht kommen könnte. So konnten wir dann gleich direkt in den Bus zum Flughafen einsteigen.

Busstop:

Wie bereits erwähnt, kann man vom Hauptbusterminal BSÍ in Reykjavik in einen Minibus umsteigen und zu den verschiedenen Hotels fahren. Früher wurde man wohl noch direkt vorm Hotel oder Unterkunft abgesetzt. Jetzt hat die Stadt dafür gesonderte Haltestellen geschaffen, so dass die Minibusse nur noch diese Haltestellen anfahren und nicht mehr die ganze Stadt verstopfen. Von unserer Wohnung war der nächste Stopp 200 Meter entfernt. Hier könnt Ihr schauen, welcher Busstop für Euch der nächste ist. 

Wenn man einen Ausflug bucht, wird man meistens auch immer dort abgeholt und wieder abgesetzt.

An diesen besonderen Bushaltestellen halten in der Regel keine normalen Linienbusse.

Ausflüge:

Reittour bei Eldhestar

Man hat hier die Möglichkeit in einer Gruppe einen Ausritt in die Natur zu machen. Das tolle ist, dass auch Gäste ohne Reiterfahrung mitreiten können. Es wird auf jeden Rücksicht genommen.

Islandpferde auf Island

Die tollsten Tiere der Welt

Mein größter Kindheitstraum war schon immer mal in Island eine Reittour auf Islandpferden zu machen. Da ich auf diesen Pferden auch reiten gelernt habe. Jetzt galt es nur noch meinen Freund zu überzeugen, dass gemeinsam zu machen. Es war ihm zunächst etwas suspekt, aber schließlich willigte er ein und wir buchten bereits schon von zu Hause aus die Tour 2a – Eine Tour in die Vergangenheit mit etwa 1,5-2 Stunden reiten. Diese Tour führt durch weitläufige grüne Felder in der Umgebung des Hofes. Man überquert den Fluss Varmá, reitet durch Lavafelder und fühlt sich wie in der damaligen TV Serie Nonni und Manni. Unterwegs sieht man immer wieder verschiedene Bauernhöfe und Islandpferde.

Viel zu warm angezogen...

es gab Overalls gestellt

Toll ist, dass ein Pickup inbegriffen ist und man an seiner Haltestelle in der Stadt abgeholt wird. Es gibt 2 Touren am Tag. Eine vormittags mit Pickup um 9:00 Uhr und eine um 13:00 Uhr. Wir entschieden uns für die Nachmittagstour. So konnten wir entspannt erstmal ausschlafen, gemütlich frühstücken noch einen kleinen Bummel durch Reykjavik machen und dann zum Pickup-Point gehen. Der Fahrer kam auch pünktlich und mit 6 anderen Gästen ging es dann zum Hof, wo wir herzlich begrüßt wurden. Es gibt hier sogar Reitführerinnen die deutsch sprachen. Es gab Overalls und Gummistiefel und man konnte seine Wertsachen wegschließen. Nach einer kleinen Einführung für die Reitunerfahrenen im Paddock ging es auch schon los in unser Reitabendteuer. Zwei Guides begleiteten uns. Eine davon eine Deutsche aus Wiesbaden. Nach gut einer Stunde teilte sich die Gruppe in eine langsame und eine schnelle Gruppe. Mein Freund dem anfänglich doch etwas mulmig war, entschied sich trotz Reitunerfahrenheit bei der schnellen Truppe mitzureiten. Wir sind grundsätzlich schon viel getöltet, aber nun zog das Tölttempo nochmal etwas an und einmal sind einige sogar versehentlich galoppiert. Grundsätzlich ist das nicht vorgesehen, da viel Anfänger dabei sind, aber in unserer kleinen Gruppe waren wir auch im Tölt so schnell, dass einige Pferde versehentlich galoppiert sind. Selbst das von meinem Freund und er war total begeistert. Vielleicht wird es das nächste Mal ein Reiturlaub in Kanada oder so?!?!

Als wir wieder zurück kamen erhielten wir noch Kaffee, Kekse und Kuchen und der Fahrer fuhr uns zurück in die Stadt und setzte uns wieder am Pickup-Point raus. Das war ein erlebnisreicher lustiger Nachmittag, den ich nur jedem empfehlen kann, wenn man schon mal auf Island ist.

Polarlichter:

Auf dieser Internetseite kann man die Aktivität der Nordlichter beobachten und die Vorhersage prüfen.

Ab KP.5 hat man sicher die Möglichkeit, bei einem wolkenlosen Himmel, die Aurora Borealis zu sehen. Die Aktivität der Nordlichter wird in eine Skala von 1-9 dargestellt. Dies soll die Wahrscheinlichkeit der Sichtbarkeit für den jeweiligen Breitengrad zeigen. Je höher die Stufe, desto wahrscheinlicher ist die Sichtbarkeit des Nordlichtes.

Polarlichter tanzen am Himmel

Aurora Borealis

Möglichkeiten in Reykjavik Polarlichter zu sehen:

Per Bus ins Landesinnere
Per Boot
Auf eigene Faust zum Leuchtturm laufen

Polarlichtersuche per Boot

Wir fanden die Idee ziemlich interessant eine nächtliche Bootstour zu machen. Außerdem fanden wir das Angebot sehr fair. Es war zwar auch die teuerste Variante, aber im Falle, dass wir keine Polarlichter sehen, können wir am nächsten Tag noch einmal rausfahren oder man bekommt einen Gutschein für eines der hochwertigen Restaurants am Hafen. Wir sind am ersten Abend direkt zum Hafen gelaufen um uns zu erkundigen. Dort fanden wir auch sofort den Stand mit den Verkäufern des Bootsaufluges. Kosten: etwa 89,00 €. Happig dachte ich mir, aber wann kommt man sonst so schnell mal in die Gelegenheit. Die Mitarbeiter vom Infopoint erklärten uns, dass für den heutigen Tag die Vorhersage ziemlich schlecht ist und sie deswegen gar nicht rausfahren würden. Aber am nächsten Tag ist die Vorhersage sehr gut und die Wahrscheinlichkeit Polarlichter zu sehen, wäre da sehr hoch. Also buchten wir dort gleich eine Tour für den nächsten Tag.

Die Tour begann um 22:00 Uhr. Wir gingen vorher am Hafen etwas essen und brauchten dann nur noch rübergehen zum Schiff, da wir ja schon Tickets hatten. Dort bekamen wir Overalls gestellt und wir suchten uns eine Bank oben an Deck draußen auf dem Boot. Mit den Overalls konnte man die Kälte gut ertragen. Als wir pünktlich ablegten sahen wir schon im Hafen die Polarlichter tanzen. Wow, und das obwohl wir noch gar nicht aus dem Hafen raus sind. Denn in der Regel sieht man die Lichter nur am tiefschwarzen Himmel und nicht mitten in der Stadt, weil da viel zu viele Lichter der Stadt strahlen. Aber an diesem Tag waren selbst die Guides überrascht, dass man sie so eindrucksvoll schon beim Ablegen sehen konnte.

Mit dem Overalls sieht man aus wie ein Michelin-Männchen.

Die Overalls werden gestellt und halten auch schön warm.

Wir waren ganz aufgeregt, was wohl dann erst draußen auf See zu sehen ist. Aber dann kam die Enttäuschung- leider nichts mehr. 1,5 Stunden fuhren wir auf offener See herum, aber die Polarlichter wollten sich einfach nicht mehr zeigen. Wir waren trotzdem happy, weil wir sie ja trotzdem gesehen hatten. Wenn auch nicht auf offener See und wir uns eigentlich die 89,00 € hätten sparen können und einfach nur am Hafen bleiben könnten. Aber so was ahnt man ja nicht vorher und es war trotzdem ein aufregender Trip. Ich würde es trotzdem wieder machen. Es hat ja auch was uriges nachts mit einem Boot rauszufahren.

Golden Circle Tour:

Für einen kleinen Eindruck lohnt es sich einfach eine golden Circle Tour zu machen. Es gibt diverse Veranstalter. Man kann in der Stadt, am Busterminal oder in den Hotels diese Tour auch direkt vor Ort buchen. Wir haben uns entschlossen auch den Ausflug „Golden Circle Tour“ schon von zu Hause aus über das Internet zu buchen.

Auf diesem Tagesausflug sieht man die Hauptattraktionen was Island zu bieten hat, zumindest was aus Reykjavik an einem Tag zu erreichen ist.

Da wir auch gern nochmal in einer dieser geothermalen Quellen schwimmen wollten, suchten wir uns einen Anbieter, der dieses mit der Golden Circle Tour in Kombination anbietet.

Wir fanden den passenden Anbieter bei Extremiceland

„Dauer 9-10 Stunden”

Der Tagesausflug hieß: Der goldene Kreis & geheime Lagune

Die Tour wird in einem Minibus durchgeführt und nicht einem der riesigen Reisebusse. Das fand ich deutlich angenehmer als immer mit den Menschenmassen an den Sehenswürdigkeiten aufzuschlagen.

Wir wurden an unserem Busstop von unserer Reiseführerin in dem Minibus wieder pünktlich abgeholt.

Unser erster Stopp war der Thingvellir Nationalpark. Die Landschaft ist beeindruckend und der Nationalpark ist voll mit Sehenswürdigkeiten. In dem Nationalpark wird sichtbar, wo die eurasische und die nordamerikanische Kontinentalplatte langsam, circa 2,5 cm pro Jahr, auseinanderdriften.

Naturschutzgebiet

Thingvellir Nationalpark

eine Landschaft die bezaubert

Ein landschaftlicher Traum…

Als nächstes stoppten wir bei einem Geysir, an dem angrenzenden geothermalen Gebiet. Der Geysir Strokkur spuckt alle paar Minuten bis zu 30 Meter heißes Wasser in die Höhe. Hier verbrachten wir die Mittagspause.

Naturwunder Geysir Strokkur

Geysir Strokkur

es sprudelt nur so...

es sprudelt nur so…

Weiter ging es zu den beiden Wasserfällen Gullfoss (der goldene Wasserfall) und Faxi.

Gullfoss (der goldene Wasserfall)

Gullfoss (der goldene Wasserfall)

eine bezaubernde Herbsttimmung am Wasserfall

Faxi in toller Herbststimmung

Anschließend ging es zu der geheimen Lagune. Hier war es glaube ich deutlich entspannter als die bei Touristen weitaus bekanntere blaue Lagune auf dem Weg zum Flughafen. Dort muss es ziemlich überfüllt sein. Aber hier bei der kleinen geheimen Lagune empfand ich es ideal um etwas zu entspannen. Die geheime Lagune ist eine natürliche heiße Quelle in einem geothermalen Gebiet nahe des kleinen Ortes Fludir. Bei strahlendem Sonnschein und gefühlten 40 Grad Wassertemperatur war es einfach nur herrlich. Manchmal kann man sogar Geysire spucken sehen, während man im Pool entspannt. Sehr beeindruckend!

so kann man es herrlich aushalten

schwimmen in der heißen Lagune…

Auf dem Weg wieder nach Hause hielten wir noch an dem Kratersee an und durften auch hier noch einmal rumlaufen.

Ein Krater an der Hauptstraße

Kratersee

Alles in allem, war alles so herrlich entspannt, was auch an unser tollen Reiseleiterin lag. Sie war so lieb und hat so viel tolle Geschichten aus ihrem Land erzählt. Durch das Schwimmen in der Lagune war die Tour etwas teurer und länger als die normalen Colden Circle Touren, aber diese Tour hat sich sehr gelohnt und war jeden Cent wert.

Gegen Abend wurden wir wieder an unserem Busstop rausgelassen und waren rund um zufrieden und glücklich über diesen tollen Ausflug.

Ein Tipp noch …

Polarlichter auf eigene Faust: Schaue dir am besten jeden Abend die Polarlicht-Vorhersage an. Mir wurde erzählt, dass man 5 km von Reykjavik beim Lighthouse Seltjarnarnes die Polarlichter bei guter Prognose auch sehen kann. Mit dem Stadtbus Linie 11 könnt Ihr direkt vorm Büro Island Excursions im Zentrum, raus zum Leuchtturm fahren. Bis zur Haltestelle Hofgardar und dann ca. 15 Minuten zu Fuß zum Leuchtturm an der Küste entlang. Oder Ihr nehmt Euch einen Mietwagen. Einen Parkplatz findet Ihr dort auch.

Whalwatching: Die Tour beginnt beim Ticketbüro im alten Hafen in Downtown Reykjavik, wo die Tickets gekauft werden können oder der Voucher vorgezeigt werden kann. Das Ziel der Tour, Wale, Delfine und Papageientaucher zu beobachten, erreicht man fast immer, obwohl es niemand garantieren kann und wird. Die Tickets könnt also wohl da auch vor Ort kaufen.

Kosten: Island ist nicht das günstigste Reiseland. Ich kann Euch daher empfehlen sich für die Ausflüge was zu essen mitzunehmen, denn die Restaurants wo man einen Stopp einlegt, wird wie überall nochmal extra ein Aufschlag genommen. Wenn Ihr Euch eine Wohnung mietet z. B. über Airbnb könnt Ihr Euch auch abends einfach mal was kochen.

Wer noch nicht genug von Wasserfällen hat...

Wasserfälle gibt es auf Island genug…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.